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Portumnus latipes thumbnail

Scooby @ Portumnus latipes am 09.09.15

Hallo,

mein Name ist Hans Peter (Scooby) und ich bin zugleich auch der, welche o.a. Fotos erstellte und zur Verfügung stellte.

Ich halte diese Krabbenart nun seit ca. drei Monaten in einem Meerwasserbecken. Ein Männchen und ein Weibchen. Fündig wurde ich im Ägäischen Meer. Aufgrund ihrer räuberischen Lebensweise haben sie ihr eigenes Becken, wo ich sie von anderen Tieren getrennt pflege.

Zunächst ein paar wissenschaftliche Informationen über den Lebensraum. Die Quelle dafür ist das Buch 'Marine Biodiversity', Sept. 2013, Vol. 43, Issue 3, pp. 199-204 by Michael Türkay u. Jens Stecher

In meiner Quelle wird Portumnus latipes in Bezug auf die Nordsee behandelt. Ich erlaube mir einige kurze Passagen aus der englischen Sprache zu übersetzen, um das Tier für den Leser etwas mehr zu beleuchten.
Die Schwimmkrabbe Portumnus latipes wurde in der Nordsee nur sehr selten gesichtet. Erst seit 1992 gilt sie dort als dauerhafter, wenn auch seltener Bewohner. In der Vergangenheit wurde sie nur in wärmeren Perioden gefunden. Da sie diesen Lebensraum nun aber auch für sich erschlossen hat, wird dies, gem. den Verfassern des Buches, als Indikator für die langsame Erwärmung der Nordsee herangezogen.
Normalerweise ist diese Krabbenart in ufernahem Gewässer zu finden und zwar dort, wo es sehr viel Sand gibt. Wärme ist für das Überleben dieses Tiers ausgesprochen wichtig! Aufgrund dessen ist die Krabbe nur in wärmeren Meeren heimisch. Dazu zählt u.a. auch das Mittelmeer. Was die Nordsee betrifft, so ist Portumnus latipes in den südöstlichen Gebieten Englands gefunden worden, sowie in manchen Buchten der Belgischen und Holländischen Küste. Weiterhin wird berichtet, dass die Tiere nach härteren Wintern gänzlich von der holländischen Küste verschwanden, das Gebiet danach aber auch langsam wieder nachbesiedelten.
Wenn sie nicht gerade aktiv auf Beutefang ist, lebt sie vergraben im Sand, wo sie vor Feinden relativ sicher ist aber auch dazu imstande ist die Ebbe sehr gut zu überdauern. Die Tiere wurden übrigens auch in einer Tiefe von 30 Metern schon gefunden, jedoch wird vermutet, dass das Aufsuchen solcher Tiefen auf Zufällen beruhe und Ausnahmefälle seien.


Zu meinen persönlichen Erfahrungen:
Während meiner Schnorchelgänge fand ich diese Krabbe ausschließlich in sandigen Regionen der Adria und des Ägäischen Meeres. Sie teilt sich den Lebensraum mit anderen Schwimmrabbenarten. So fand ich dort auch Liocarcinus depurator sowie immer wieder, z.T. vollständige Häutungsreste von Portunus hastatus, welche ich vor allem an ihrem auffälligen "Augenfleck" an den Paddelbeinen sowie den langen Seitenstacheln am Rückenschild identifizierte.
Wie die anderen dort heimischen Schwimmkrabben verlässt Portumnus latipes nur in der anbrechenden Dämmerung ihr sandiges Versteck und läuft dann sowohl seitlich als auch vor- und rückwärts über die weiten Sandebenen, auf der Suche nach Nahrung. Sie ist sehr agil und hat gute Augen. Schwimmbewegungen meinerseits werden einem schnellen eingraben honoriert. Man muss also schon genau wissen, wie die Tiere, die excellent auf dem Sand getarnt sind, aussehen.
Im Vergleich zur Schwimmkrabbe Liocarcinus depurator, die ich ebenfalls halte, sind ihre Scheren bei weitem nicht so stark. Ihr Griff ist zu verschmerzen. Auch habe ich nie erlebt, dass sie ihre Schere nach dem Zupacken abwerfen, um anschließend die Flucht anzutreten.
Ihre Paddelbeine sind zwar gut ausgeprägt, jedoch nicht ganz so breit wie die von Liocarcinus depurator und laufen relativ spitz zu. Am Rand der Paddel besitzt sie darüber hinaus noch eine lange Reihe haariger Fortsätze, die ihr zusätzlich beim Schwimmen nützlich sind. Sie ist eine gute Schwimmerin, die sich dabei hektisch bewegt und den Eindruck erweckt sie rase dahin. Die Schwimmeleganz, die Liocarcinus depurator durch ihre ausgeprägteren Paddel hat, besitzt sie in meinen Augen aber nicht.
Sie ernährt sich von so ziemlich allem. Ich füttere sie bei mir zu Hause vornehmlich mit Muschel- und Garnelenfleisch. Sie ist nicht so aggressiv wie Liocarcinus depurator. Ich würde sie sogar eher als schreckhaft bezeichnen. Auch nach einigen Monaten in Gefangenschaft sind sie noch immer sehr ängstlich. Dies beobachte ich besonders Abends, wenn sie aus dem Sand kommen. Sobald sie eine Bewegung von mir mitbekommen, sind sie im Nu wieder vergraben und lassen sich dann erst mal nicht mehr blicken.
Sobald aber Futter im Wasser ist und sie den Geruch aufgennommen haben, schießen sie aus dem Sand hervor und jagen durch das Becken, bis sie was zu packen bekommen haben. Sie graben sich dann mitsamt Beute tief in den Sand ein und bleiben verschwunden. Hin und wieder beobachtete ich auch schon Gerangel zwischen den beiden Geschlechtern, aber niemals mit Verletzungen. Das Männchen gewinnt fast immer, aber da ich beide parallel füttere geht natürlich keine leer aus.

Für Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Viele Grüße
Hans Peter

Liocarcinus depurator thumbnail

Scooby @ Liocarcinus depurator am 30.04.15

Hallo,

mein Name ist Hans Peter u. ich bin zugleich auch der, welcher o.a. Bilder sowie das YouTube Video zur Verfügung stellte.

Ich halte diese Krabbenart nun seit über einem halben Jahr erfolgreich in einem kleinen Adria Becken. Sie hat sich bereits zweimal gehäutet.

Seit ich denken kann, verbringe ich jedes Jahr in Kroatien meinen Urlaub. Das Schnorcheln ist eins meiner dortigen Leidenschaften und ich würde mich als ein wahrer Krabbenfan bezeichnen.
Besonders angetan haben es mir die Schwimmkrabben.

Liocarcinus depurator fand ich immer in reinen Sandregionen. Diese Tiere leben versteckt und meist vergraben. Sie sind ihrem Lebensraum sehr angepasst und vorzüglich getarnt. Dies trifft besonders dann zu, wenn sie eingegraben sind. Dann schauen wirklich nur noch ihre Augen aus dem Sand, was ein Entdecken meiner Meinung nach schier unmöglich macht.
Nichtdestotrotz findet man aber auch immer mal wieder (mit etwas Glück) Tiere, die gerade auf Beutesuche sind oder gerade, halb eingegraben, Nahrung zu sich nehmen. Da sie nachtaktiv sind, ist das meistens in den frühen Morgenstunden oder auch Abends der Fall. Mit einem aufmerksamen Blick einer sehr ruhigen, unauffälligen Schwimmweise und der genauen Vorstellung, wie sie aussehen, ist es dann möglich sie zu entdecken.
Achtung! Sie haben sehr gute Augen und sind reaktionsschnell. Wenn man durch das Wasser planscht und mit den Armen rudert, wird man erkannt und geht leer aus. Daher schrieb ich bewusst von einer ruhigen, unauffälligen Schwimmweise, wenn man sie aktiv sucht.

Diese Art lebt sehr räuberisch und schreckt auch nicht vor Kannibalismus zurück. Von einer Haltung mitsamt kleinen Fischen, aber auch Einsiedlerkrebsen oder anderen Krabben ist vollkommen abzuraten! Wer sie halten möchte, der möge es so machen, dass sie allein ist.

Sie sind ausgesprochen flink, schwimmen schnell und können sich binnen einer Sekunde im Sand vergraben, wobei die Jungtiere aufgr. ihrer Größe, noch schneller sind. Man muss sich die Stelle dann wirklich schon gut merken, wenn man hinabtaucht, um sie zu erwischen.

Die Scheren der Depuratoren (wie ich diese Krabben auch gern nenne ^^ ) sind unglaublich scharf und nach innen gebogen. Perfekt, um Fische zu greifen und zu halten. Ebenso sind sie damit auch imstande die Fingerhaut problemlos zu durchdringen und blutende Wunden zu hinterlassen. Je älter das Tier ist, desto größer die Gefahr!
Weiterhin hat diese Art auch die (gemeine) Strategie die betreffende Schere augenblicklich abzuwerfen, mit der sie einen Finger ergriffen hat. Während die Schere sich immer weiter ins Fleisch schneidet und heftige Schmerzen verursacht, nutzt das Tier derweil die Zeit zur Flucht.
Diese Beobachtung und schmerzliche Erfahrung musste ich vor allem in jüngeren Jahren machen und war dann immer gezwungen die Schere mit den Zähnen zu zerbeissen, da ich mich sonst nicht davon befreien konnte. Sie einfach vom Finger abzureissen wäre unklug und würde eine noch größere Wunde schlagen. Liest sich vielleicht etwas krass, ist aber tatsächlich so gewesen.

Ich fange diese Krabben immer so, dass ich warte, bis sie sich eingräbt oder aktiv erschrecke, um das Eingraben einzuleiten. Auf diese Weise kann ich ausschließen, dass sie meine Finger zu packen bekommt. Sobald das getan ist, ergreife ich das Tier mitsamt Sand und halte es fest umschlossen. Dann wirbele ich langsam den Sand weg, bis nur noch die eingeschlossene Krabbe in der geschlossenen Hand ist. Es mag umständlich klingen, ist aber die sicherste Art beim Erstfang.
Einige Minuten später, sobald sich das Tier beruhigt hat, ist sie weniger angriffslustig und man kann sie auf der bloßen Hand unter Wasser betrachten, sie schwimmen lassen und schließlich wieder getrost freilassen. Bitte darauf achten, dass es auch dort ist, wo man sie fing. Also im Sandgebiet, nicht dort wo Steine sind.

Was noch anzumerken wäre ist, dass sie höchst sauerstoffbedürftig sind. Wer sie also mitnehmen will, um sie später im Aquarium zu halten, der möge darauf achten täglich das Wasser zu wechseln und die Krabbe in einem größeren Gefäß, z.B. ein Eimer mit mind. 5Liter Fassungsvermögen (besser mehr) zu halten.

An der Luft hat diese Krabbenart genauso wenig verloren, wie es ein Fisch hat. Sie ist kaum imstande richtig an der Luft zu laufen und erstickt sehr schnell.
Diejenigen, die vielleicht mal auf einem Boot mitfahren, um bei einem Fischer solche Tiere, welche als Beifang dabei sein können, zu erhalten, müssen somit gerüstet sein und einen vorbereiteten Wasserbehälter dabei haben.

Wenn man für genügend Sauerstoff, eine ausreichend hohe Salzdichte und viel Sand zum eingraben sorgt, kann man diese Art meines Erachtens nach leicht halten.
Wie gesagt halte ich meine Krabbe seit über einem halben Jahr. Ich habe ihr übrigens hellen Sand angeboten, dem sie sich, wie man auf den o.a. Bildern sehen kann, farblich schön angepasst hat. Ansonsten sind die Tiere auch oft dunkler. Vergleiche hierzu das YouTube Video, die in der rosa Wanne ein adultes Männchen zeigt, welches die Farbe des Sandes aus ihrem ursprünglichen Lebensraum hat.
Das Tier wurde im Übrigen wieder freigelassen, da es zu groß war, um einen effektiven und zuverlässigen Transport zu gewährleisten, ohne das Leben zu gefährden!

Für sämtliche Fragen, rund um das Thema Schwimmkrabben bin ich gerne offen.

Hier noch zwei weitere YouTube Videolinks:

1. Meine Liocarcinus depurator, die ich nun zu Hause pflege. Hier war das Tier noch kleiner. Aufgenommen ebenfalls in Kroatien, kurz nach dem Fang bei mir am Haus. Man beachte den farblichen Unterschied.
https://www.youtube.com/watch?v=w9oQG7LBiqY

2. Eine noch sehr junge Liocarcinus depurator, zusammen mit einer ebenfalls sehr jungen Carcinus maenas Strandkrabbe (rechts im Bild). Ich machte das Video um den Unterschied zu zeigen. Nicht professionell, einfach mehr rein was für's Auge. Beide Tiere wurden wieder freigelassen.
https://www.youtube.com/watch?v=WBv5dune9f0

Viele Grüße
Hans Peter / Scooby

"Was ist das?"

was ist das thumbnail

Scooby @ Verschiedenes am 14.05.15

Hallo Battlecliff,

zunächst mal: Ich will mich nicht als Experte für Wirbellose bezeichnen, denke aber, dass es sich hier klar um einen Borstenwurm handelt.

Wenn dem so ist, tippe ich auf eine Syllis sp. Dieses Tier wird auch hier auf der Plattform beschrieben u. zwar als Korallenfresser.
Vgl hier: https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/5613_Syllis_sp.htm


Gruß
Scooby

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Scooby @ Krustentiere am 01.05.15

Aaah, OK. Nun gut, dann halt nicht. ^^
Danke für die Aufklärung

LG - Scooby

was ist das thumbnail

Scooby @ Krustentiere am 01.05.15

Hallo Kevin23,

das Bild u. die Herausforderung das Tier in seiner Bestimmung näher einzugrenzen fasziniert mich. ^^

Bitte sei so gut und stelle neue Pix ein, dann aber bitte ohne Wasserzeichen. Die stören dabei ganz einfach.
Ich hoffe auf Dein Verständnis u. danke Dir!

Liebe Grüße
Scooby

was ist das thumbnail

Scooby @ Krustentiere am 30.04.15

Hallo sasori,

hm... schwierig. Das Bild müsste etwas größer sein.
Ich schwanke hier zwischen zwei Gattungen:
Einmal "Pilodius" und einmal "Cyclodius".
Für eine Cyclodius müsste ich den Panzer von oben besser sehen. Wenn er beulenartig ist, wäre das ein weiteres Indiz für die Gattung, zumal er hinten schön schmal zugeht.
Schau mal bitte hier der Link und sag uns, ob das Tier die Beulen, die man dort gut erkennen kann, auch hat: https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/5257_Cyclodius_obscurus.htm

Übrigens: Die Art lässt sich auf diese Weise nicht treffsicher bestimmen. Dafür braucht man exakte, große Fotos, bzw. am besten das Tier vor Ort. Die Gattung dagegen lässt sich viel eher bestimmen. Sie ist sozusagen der Oberbegriff, unter dem sich dann die unterschiedlichen Arten abspalten. ;-)

Danke Dir!

Gruß
Hans Peter

was ist das thumbnail

Scooby @ Krustentiere am 30.04.15

Hallo Gapa,

kann es sein, dass dem Tier die linke Schere fehlt? Ich kann sie nicht erkennen.
Aufgrund der auffällig braunen Zeichnung unterhalb des linken Auges MEINE ich, dass es sich hier um ein Exemplar der Gattung Pilumnus handelt.
Siehe auch hier die Tiere: https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2885_Pilumnus_cfhirtellus.htm

Leider stört das Wasserzeichen in der Mitte, das Bild ist recht klein und die Krabbe nur teils erkennbar.

Gruß
Hans Peter