Haltungsinformationen
Pylopaguropsis fimbriata McLaughlin & Haig, 1989
Pylopaguropsis fimbriata gehört zur Familie Paguridae - den rechtshändigen Einsiedlerkrebsen. Man bezeichnet sie als rechtshändige Einsiedlerkrebse, weil die rechte Schere deutlich größer als die linke ist. Rechtshändige Einsiedlerkrebse leben in allen Weltmeeren, von den Küsten bis in die Tiefsee. Die meisten der über 550 Arten bleiben kleiner als ihre linkshändigen Verwandten.
Pylopaguropsis fimbriata ist rot-weiß gestreift, hat eine helle recht, große Schere. Die Augenstiele sind fliederfarben, die Pupillen sind gelb. Einige Fotos zeigen diesen Einsiedlerkrebs mit weiß oder gelben Augenstielen. Ob es sich um eine Variante oder einen anderen Einsiedlerkrebs handelt, konnten wir leider nicht herausbekommen.
Lebensraum. Pylopaguropsis fimbriata wird gelegentlich unter großen toten Korallenplatten und -blöcken in den Wassergräben oder in Spalten und horizontalen Löchern an Vorriffhängen der Ryūkyū-Inseln gefunden.
Vorkommen: Guam, Ost-Malaysia, Indonesien und die Ryukyu- und Izu-Inseln, bis 24 m.
Anmerkung: Diese Art unterscheidet sich sofort von den anderen Vertretern von Pylopaguropsis Alcock, 1905, durch die Handfläche auf der rechten Seite, die mit Stacheln und langen Borsten am Rand gesäumt ist.
Verwechslungsmöglichkeit besteht mit dem ähnlich gestreiften Pylopaguropsis zebra.
am 29.01.26#2
Von einem renommierten Online-Händler wurden einmalig Einsiedlerkrebse unter dem Namen „Zebra-Einsiedler“ angeboten und als „Fadenalgen fressend“ angepriesen. Da die Tiere prima mit den „Flachwasser“bedingungen eines Aquariums zurechtkommen, nehme ich an, dass es sich eher um Pylopaguropsis fimbriata als um die tiefseebewohnenden Pylopaguropsis zebra gehandelt hat.
Eine kleine Gruppe dieser Tiere kam lebend an und hat die Eingewöhnung bewältigt. Sie wirkten allerdings ausgehungert und wurden lange gezielt gefüttert. Dabei ließ sich folgendes beobachten:
- Sehr scheu; zogen sich in Höhlen zurück und drückten sich dort in der dunkelsten Ecke mit der Gehäuseöffnung fest an eine Wand.
- Solitär; wenn man mehrere Tier zusammen setzte, bewegten sich diese sofort wieder so weit wie möglich voneinander fort. Das größte Tier behauptete den Platz.
- Carnivor; sehr gern wurden kleine Stücke von gekochtem Eiweiß gefressen, auch gefrostete Mückenlarven, Körnchen für Süßwassergarnelen, getrocknete Daphnien u.ä. fanden Interesse. Algentabs, Haferflocken, Welstabs, gekochtes Gemüse u.ä. wurde dagegen ignoriert.
- Opportunistisch; aus ihrer Höhle bewegen sich die Tiere kaum je heraus. Nur gelegentlich kann man sie in der Dämmerung vor „ihrem“ Höhleneingang dabei beobachten, wie sie den Bodengrund absuchen. Kleine Steinchen werden mit den Mundwerkzeugen gedreht und gewendet und wahrscheinlich der Biofilm abgeweidet. Nach einer Fütterung mit Essigälchen u.ä. werden diese möglicherweise auch aus dem Wasser heraus gefangen.
- Sehr ausdauernd; als im Urlaub ein größeres Lebewesen verendet und das gesamte Becken gekippt ist, waren diese Krebse die einzigen, die das Inferno überlebt haben. Sie waren unter diesen Extrembedingungen dicht an die Wasseroberfläche geklettert.
Die Krebschen habe ich jetzt seit einem guten Vierteljahr, sie haben inzwischen das Häuschen gewechselt, und ich freue mich an ihrer filigranen, hübschen Erscheinung. Ob sie in die Kategorie „Cleaningcrew“ passen, bezweifele ich allerdings.
am 11.07.05#1
Ich pflege in meinem 150l Würfel ein Exemplar das ich eher zufällig erworben habe. Der Einsiedler ist tagsüber fast nie zu sehen und kommt frühestens in der Blaulichtphase aus seinem Versteck unter dem Riff. Die rechte Schere ist grösser als die linke, die Beine sind rot-weiss (längs-)gestreift, die Augenstile sind violett und die Augen selbst sind gelb. Ergreift vor anderen Einsiedlern lieber die Flucht und reagiert auch auf Bewegung vor dem Aquarium mit Rückzug.
Ist meiner Meinung nach eher ein Resteverwerter als ein guter Algenfresser. Braucht natürlich auch grössere Häuschen zum wechseln.
Ein sehr schöner Einsiedler von dem man aber aufgrund seiner Lebensweise gerade in grösseren Becken sicher nicht viel hat.