Haltungsinformationen
Aber selbst die Kleinsten innerhalb der Nahrungskette wissen sich zu wehren und setzen auf unterschiedliche Repertoires zu ihrem Schutz, so auch der Muschelkrebs Vargula hilgendorfii.
Er ist in der komfortablen Lage, unter bestimmten Voraussetzungen, ein helles, blaues Licht zu erzeugen, welches ihm sich zu schützen hilft.
In den Meeren existieren viele Arten, die neben dem Flohkrebs in der Lage sich, Licht zu erzeugen, von Bakterien und Dinoflagellaten über Quallen, Seefedern, Korallen, Kopffüßler und Fische wie dem Kleiner Schwarzer Dornhai.
Unter Biolumineszenz versteht man die Fähigkeit eines Lebewesens, Licht zu erzeugen, und warum setzen Meereslebewesen Biolumineszenz aktiv ein?
Es sprechen mehrere Gründe für den Einsatz der Biolumineszenz:
- Durch plötzlich entstehende hellblaue Lichtwolken kann potenzielle Beute in der Dunkelheit in der Dunkelheit effektiver angelockt und gefressen werden
- Einige Meeresarten setzen die Lichtsignale gezielt zur Partnersuche ein, eine clevere Vermehrungsstrategie
- Abschreckung von Fressfeinden - die Ostrakoden setzen Lichtimpulse im Maul der Fressfeinde frei, so dass diese selbst leuchten und von größeren Fressfeinden erbeutet, nachdem der Muschelkrebs wieder ausgespuckt wurde
- Eigenschutz, nähert sich ein potenzieller Freßfeind von unten, so kann das erzeugte Licht mit dem restlichen Sonnenlicht harmonieren und den Räuber ablenken.
Andere Meeresbewohner nutzen die Fähigkeit der Lichterzeugung für sich selbst, Porichthys-Arten (Bootsmannfisch) verfügten über einen spezifischen Mechanismus zur Aufnahme von Vargula-Luciferin aus dem Darm und können somit selbst Lichtimpulse freigeben.
Das kleine marine Ostrakoden-Krebstierchen, ein Muschelkrebse, der lateinisch Vargula hilgendorfii heißt, produziert ein hellblaues, leuchtendes Sekret, das er ins Meerwasser ausgestoßen kann.
Seine Lumineszenz beruht auf einer enzymkatalysierten Reaktion, an der Luciferase, Luciferin und molekularer Sauerstoff beteiligt sind.
Zusätzlich ist das Krebstierchen durch eine klappbare, muschelartige Schale geschützt.
In den japanischen Gewässern ernährt sich Vargula hilgendorfii primär von Aas (toten Fischen und Würmern), in Laborversuchen haben die Muschelkrebse auch kleinerem lebendem Zooplankton nachgestellt.
Der kleine Muschelkrebs besitzt große Augen mit einem Durchmesser von etwa 0,2 mm und lange, ausgestreckte Antennen, mit deren Hilfe er sich aktiv bewegt bewegen kann.
Umihotaru lassen sich nachts sehr leicht mit einer Köderfalle fangen, da sie einen kräftigen Appetit sowie einen guten Geruchs- und Sehsinn besitzen.
Diese lebendgebärende Art ist nachtaktiv und versteckt sich tagsüber im Sand (Vannier und Abe 1993).
Seine schlechte Schwimmfähigkeit schränkt das Ausmaß seiner Ausbreitung stark ein, rauere, schnellere und bewegtere Strömungen und unterschiedliche Wassertemperaturen haben denselben Effekt, so dass Vargula hilgendorfii in seinen Vorkommensgewässern aus endemisch gilt, Vargula hilgendorfii ist die einzige Vargula-Art in japanischen Gewässern (andere Vargula-Arten leben im Golf von Mexiko, Karibik, vor Kalifornien).
Es ist offensichtlich, dass sich der Umihotaru-Ostrakode rasch auf die 3.000 km weiter nördlich gelegenen Hauptinseln Japans ausbreitete, während seine Ausbreitung im Südwesten der japanischen Inseln über eine Entfernung von 400 Km nur langsam voranschritt.
Die Mäanderbildung des Kuroshio/Japan-Stroms, er passiert bei 28° nördlicher Breite die Tokara-Meerenge, könnte eine Barriere für die Ausbreitung des Umihotaru-Ostrakoden darstellen.
Man sollte denken, dass es diesen Muschelkrebschen gut geht und sie vital sind, allerdings leiden die Populationen unter dem immer größer werdenden Problem des Mikroplastiks und der Rote Flut, eine gefürchtete, hochtoxischen Algenblüte.
Wissenschaftler vermuten, dass die Ostrakoden mit zunehmender Versäuerung unserer Ozeane sogar noch heller leuchten könnten.
Unser besonders herzlicher Dank für die beiden großartigen Fotos von Vargula hilgendorfii geht an Prof. Dr. Armin Haller, Abteilung für Zell- und Entwicklungsbiologie der Pflanzen,
der Universität Bielefeld!
Synonyme:
Cypridina (Vargula) hilgendorfii (Müller, 1890) · unaccepted > superseded combination
Cypridina hilgendorfii Müller, 1890 · unaccepted > superseded combination


Prof. Dr. Armin Hallmann, Deutschland