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Botrylloides crystallinus Kristallkugel-Seescheide

Botrylloides crystallinus wird umgangssprachlich oft als Kristallkugel-Seescheide bezeichnet. Haltung im Aquarium: Für Aquarienhaltung nicht geeignet. Giftigkeit: Vergiftungsgefahr unbekannt.


Profilbild Urheber Sylvain Le Bris, Frankreich

Foto: Impérial du milieu, Marseille, Frankreich, Mittelmeer

/ 19.04.2016
Mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Sylvain Le Bris, Frankreich . Please visit www.inaturalist.org for more information.

Eingestellt von AndiV.

Bilddetail


Steckbrief

lexID:
18290 
AphiaID:
1469240 
Wissenschaftlich:
Botrylloides crystallinus 
Umgangssprachlich:
Kristallkugel-Seescheide 
Englisch:
Crystal-ball Sea Squirt 
Kategorie:
Seescheiden 
Stammbaum:
Animalia (Reich) > Chordata (Stamm) > Ascidiacea (Klasse) > Stolidobranchia (Ordnung) > Styelidae (Familie) > Botrylloides (Gattung) > crystallinus (Art) 
Erstbestimmung:
A. Bay-Nouailhat, W. Bay-Nouailhat, Gasparini & Brunetti, 2020 
Vorkommen:
Endemische Art, Frankreich, Italien, Korsika, Ligurisches Meer (Mittelmeer), Mittelmeer 
Meereszone:
Subtidal (Sublitoral, Infralitoral), ständig von Wasser bedeckte flache (neritische) Schelfregion, unterhalb der Niedrigwasserlinie bis zur Schelfkante in durchschnittlich 200 Meter Tiefe 
Meerestiefe:
4 - 30 Meter 
Habitate:
Riffhänge, Riffwände, Schattige Lebensräume, Überhänge 
Größe:
3 cm - 8 cm 
Temperatur:
13°C - 27°C 
Futter:
Filtrierer, Invertebraten (Wirbellose), Plankton (pflanzliche und tierische Mikroorganismen), Ruderfußkrebse (Copepoden), Suspensionsfresser (Schwebstofffresser) 
Schwierigkeitsgrad:
Für Aquarienhaltung nicht geeignet 
Nachzucht:
Nicht als Nachzucht erhältlich 
Giftigkeit:
Vergiftungsgefahr unbekannt 
CITES:
Nicht ausgewertet 
Rote Liste:
NE nicht beurteilt 
Weiter verwandte Arten im Lexikon:
 
Author:
Publisher:
Meerwasser-Lexikon.de
Erstellt:
Zuletzt bearbeitet:
2026-04-24 14:11:40 

Haltungsinformationen

Botrylloides crystallinus A. Bay-Nouailhat, W. Bay-Nouailhat, Gasparini & Brunetti, 2020

Botrylloides crystallinus ist eine koloniale Seescheide, die überwiegenden in lichtärmeren aber besser durchströmten Riffzonen wie Fels- und Überhängen siedelt im Mittelmeer von Frankreich bis Italien angetroffen werden kann.In solchen Habitaten wird der Kolonie regelmäßig und dauerhaft Plankton und andere organische Schwebstoffe zugespült.

Die Seescheide erreicht meist einen Durchmesser von bis zu 3 cm und eine Dicke von 7– 8 cm. Die Kolonieform ist überwiegend kugelförmig bis massiv und kann mehreren abgerundeten Lappen haben.Die Tunika ist stets sehr dick und kann eine Höhe bis zum Mehrfachen der filternden Zooide erreichen. Sie wird von einem Netzwerk sehr dünner kolonialer Blutgefäße durchzogen, die Zooide und Knospen verbinden. Die Tunika ist weich, klebrig und kristallin, transparent und weiß bis durchscheinend blassgelb.

Dünne weiße Linien heben die Tunika von der Basis des Mundsiphons bis zum Rand der Rückenlippe und der Atriumöffnung hervor und zeichnen auf der Oberfläche der Kolonie ein dünnes, verzweigtes Linienmuster, das durch die Zooide bis zum Rand der gemeinsamen Kloakenöffnung verläuft.Weiße Längslinien sind auch im Kiemensack vorhanden: zwei große, die den Endostyl und die dorsale Lamelle hervorheben, sowie sechs dünne, die die inneren Längsgefäße betonen. Weißes Pigment vorhanden

Die einzelnen Zooide sind mit ca. 3–4 mm Länge recht kurz, die Anzahl und Größe der Zooide variieren allerdings stark innerhalb derselben Kolonie

Ökologie und Wassertemperatur:
Alle Proben wurden am 9. Mai 2018 (Wassertemperatur 16 °C) gesammelt; viele von ihnen waren mit filternden Zoiden in voller Aktivität, andere wiesen jedoch einige Zoide im Rückbildungsstadium auf.Im Frühjahr, wenn die Temperatur auf sommerliche Werte ansteigt, nahm die Anzahl der sich zurückbildenden Zoide zu, wobei sich die Rückbildung von der Basis der Kolonie zu ihrer Spitze ausbreitete, bis alle Zoide zurückgebildet waren
Die Rückbildung betrifft auch die Knospen, und die Kolonie reduziert sich auf eine Ansammlung winziger runder Körper, im darauffolgenden Juli (mittlere Wassertemperatur 21 °C) erscheinen fast alle Kolonien als gelatinöse Massen mit nur winzigen weißlichen Ampullen an ihrer Oberfläche

Bei Tauchgängen am 10. und 17. August, nach einer Phase hoher Temperaturen mit Werten bis zu 28 °C, konnten keine Kolonien mehr festgestellt. werden.
Diese Beobachtungen decken zwar nicht den gesamten Jahreszeitraum ab, deuten jedoch darauf hin, dass die Art einen saisonalen Zyklus aufweist, mit einer Präferenz für die niedrigeren Temperaturen des Winters. Im Sommer, wenn die Wassertemperatur konstant über 20 °C liegt, kommt es wahrscheinlich zu einer hohen Sterblichkeit, was das offensichtliche Fehlen der Art erklären würde.

Botrylloides crystallinus lebt fest am Untergrund verankert und ist durch eine schmale Basis mit diesem verbunden. Manchmal sammeln sich auf ihrer Oberfläche Verunreinigungen an. Die Zoiden sind in Reihen um große gemeinsame Kloaksiphone angeordnet. Der Mundsiphon jedes Zoids ist durch einen weißen Rand gekennzeichnet,

Als saisonale Art, die hauptsächlich im Winter und Frühjahr vorkommt, beenden die Kolonien ihren Lebenszyklus als kugelförmige, knorpelige Masse, durchzogen von zurückgebildeten Zoiden, die auf ihrer Oberfläche „Reißverschluss“-Muster zeichnen. Die Kolonien leben in schattigen Bereichen, befestigt an senkrechten Felswänden oder Überhängen in Tiefen zwischen 4 und mehr als 30 Metern.

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Allgemein


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