Haltungsinformationen
Diese kleinen Seepferdchen werden wohl nie den Weg zu uns ins Aquarium finden, aber wir müssen ja nicht alles haben. Deshalb ist der Hinweis mit den Nachzuchten auch nur der Tatsache geschuldet, dass dies bei Seepferchen an sich einfacher möglich wäre als bei vielen anderen Fischen.
Der Handel wird über Cites II überwacht und ist bei den Tieren sehr streng.
Nur wenige Taucher finden diese Tiere überhaupt ,da sie perfekt getarnt in bestimmten Gorgonien leben und hier bei sogar in Gestalt und Schnauze die Gorgonie simulieren.
Es sind zwei Farbvarianten bekannt:
1. graulila bis rosa rot, lebt in der roten Muricella plectana.
2. gelb-orange, lebt in Muricella paraplectana.
Sie sind, wie auf den Bildern zu sehen, perfekt getarnt. Da sie nur 2cm groß sind, kann sie nur der "wissende" Taucher finden. Alle diese Arten leben nur auf Muricella. FishBase beschreibt, dass bis zu 28 Paare auf nur einer Gorgonie gefunden wurden.
Um sie besser studieren zu können, wurden sie mit der Gorgonie zusammen entnommen. Eine Zucht scheint nur in Verbindung mit der Gorgonie möglich zu sein. Auch hier ist das Männchen der eiertragende Partner, wie bei allen Pferdchen aus der Gattung.
Edit: Nachdem der Versuch des Wakiki Aquarium in Honululu 2003, Hippocampus bargibanti zu pflegen, gescheitert war, konnte das Steinhart Aquarium, San Francisco nun erstmals ein Paar pflegen und auch Jungtiere aufziehen. Gelungen ist dies Dank der Fortschritte in der Haltung azooxanthellater Korallen, die es dem Steinhart Aquarium ermöglicht haben, die Wirtsgorgonie Muricella paraplectana erfolgreich zu pflegen.
Dies zeigt die enge Verbindung zwischen dem Pygmäen Seepferdchen und seiner Wirtsgorgonie, vermutet wird, dass Hippocampus bargibanti Futter nicht direkt aus dem Wasser aufnehmen kann, sondern dieses von den Polypen der Gorgonie pickt.
Futteraufnahme
Die Fische benötigen anfangs sehr lange für die Futteraufnahme, bevor das Futter aufgenommen wird, erfolgt eine genaue Begutachtung. Nach der Eingewöhnung wird das angebotene Frostfutter ohne Probleme gefressen. Zu beachten gilt, das Wildfänge sich anders verhalten bei der Futteraufnahme als Nachzuchten. Bei den Nachzuchten spielt auch die Größe des gekauften Fisches eine Rolle für das passende Futter.
Vorschriften zur Haltung von Seepferdchen
Die Mindestanforderungen an die Haltung von Seepferdchen (gem. EG-VO 338/97) des Bundesamt für Naturschutz können Sie als PDF hier herunterladen: https://meerwasser-lexikon.de/downloads/BfN_Mindestanforderung_haltung_seepferdchen_hippocampus.pdf
Der Begriff "riffsicher" wird in der Meerwasseraquaristik häufig benutzt, insbesondere beim Kauf einer neuen Art wird oft nachgefragt, ob das neue Tier "riffsicher" ist.
Was genau bedeutet riffsicher?
Um diese Frage zu beantworten, kann man zielführende Fragen stellen und sich in Foren, Vereinen, Händlern und bei befreundeten Aquarianer erkundigen:
- Gibt es bereits Erfahrungen und Haltungsberichte, die versichern, dass das neue Tier in anderen passend ausgestatteten Aquarium, ohne jemals Probleme bereitet zu haben, leben kann?
- Gibt es Erfahrungen auf Übergriffe von Mitbewohnern wie Fischen der gleichen oder einer anderen Art, Übergriffe auf Invertebraten (Krustentiere, Einsiedler, Muscheln, Schnecken) oder Korallen?
- Sind Informationen über eine mögliche Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, z.B. von pflanzlicher Ernährung auf fleischliche Ernährung, bekannt oder zu erwarten?
- Lassen die gewünschten Tiere den Riffaufbau in "Ruhe", verändern sie ihn ständig (Bohrseesterne, Baggergrundeln, Papageifische, Drückerfische) und stören oder verdrängen damit andere Mitbewohner?
- Neigen die Tiere dazu, nachts die Korallen umzuwerfen?
- Neigen die neuen Tiere bekanntlich immer wieder und sehr schnell zu Krankheiten und lassen sich diese auch behandeln?
- Ändern bekannte friedliche Tiere im Laufe ihres Lebens Ihren Charakter und werden aggressiv?
- Kann der Tod eines neuen Tieres eventuell sogar zum Tod des restlichen Bestands durch Vergiftung führen (bei einigen Seewalzenarten möglich)?
- Nicht zuletzt muss auch der Pfleger der Tiere in die „Riffsicherheit“ einbezogen werden, es gibt aktiv giftige, passiv giftige Tiere, Tiere die gefährlichen Biß- oder Stechwaffen besitzen, Tiere mit extrem starken Nesselgiften, diese gilt es zu (er)kennen und es sollte im Vorweg ein Maßnahmenplan im Falle eines Übergriffes auf den Aquarianer getroffen worden sein (z.B. Telefonnummern der Giftnotrufzentrale, des behandelnden Arztes, des Tropeninstituts etc.)
Werden alle Fragen im Sinne der / des Tiere (s) und des Pflegers positiv bewertet, dann kann man von einer „Riffsicherheit“ ausgehen.






Dietmar Schauer
