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Krustenanemonen

Allgemeine Informationen

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Die meisten Krustenanemonen ernähren sich, über Zooxanthellen, von Licht und durch Aufnahme von Plankton, sind auch für Anfänger gut geeignet und sind beliebte Pfleglinge.
Meist wird, wie von vielen Wirbellosen, nitratarmes Wasser bevorzugt, zu hohe Nährstoffkonzentrationen führen zu Braunfärbung der Tier.

Krustenanemonen können jedoch für andere sessile Tiere eine Gefahr darstellen, weil sie sich teils gut vermehren und diese evtl. durch ihre Nesselkraft zurückdrängen.

Hier findet Ihr einen Link zu über 100 Zoanthus Arten, der auch fortlaufend gepflegt wird.
Nano-Reef.com

An dieser Stelle möchten wir zudem einen Hinweis einfügen, der sich vor allem auf Playthoa-Arten bezieht.
Diese enthalten eines der stärksten bekannten Gifte, das sogenannte Palytoxin.

Betreffend des Palytoxin hat uns Alexander Pretsch hierzu folgende Info zukommen lassen. Es ist so, dass die Tiere dieses Gift nicht selber produzieren, sondern es von Bakterien im Inneren der Tiere synthetisiert wird - ich beschäftige mich mit meiner Pharmafirma www.sealifepharma.com intensiv mit diesen Substanzen.

D.h. die Tiere verlieren einen Großteil dieser Mikroben beim Transport - d.h. die gefährlichste Situation hat der Händler selbst wenn er die Tiere frisch aus dem Transportwasser nimmt - dort ist die Konzentration des Giftes am höchsten - ich hatte schon zweimal Vergiftungserscheinungen nach einem Direktimport da die sterbenden Bakterien das Gift einfach abgeben. In geschlossenen Aquarien verarmen die Tiere leider immer mehr an dieser bakteriellen Fauna und so sind Palythoas nach einer gewissen Zeit in Aquarien nicht mehr hochtoxisch.

Für Palythoa mutuki, gilt dies zumindest nicht, bei diesen kann, dauerhaft, unter Aquarienbedingungen, Palxtoxin gebildet werden! Es wurden schon bis zu 7mg Palytoxin nachgewiesen, im Blutkreislauf von Menschen, führen bereits 100-150 Nanogramm zu schweren Vergiftungen! Palytoxin wirkt an den Natrium-Kaliumpumpen der Zellen und führt dazu, dass Natrium in die Zellen gepumpt wird, dies hat Einfluss auf das Aktionspotential der Zellen, was zu Krämpfen führt und da Natrium hygroskopisch ist, strömt so lange Wasser nach, bis die Zellen platzen. Besonders betroffen ist wohl die Quergestreifte Muskulatur. Symptomatisch zeigt sich dies in erhöhter Temperatur, bis sehr hohem Fieber, äußerst schmerzhaften Muskelkrämpfen bis hin zu Lähmungen - asthmaartigen Atembeschwerden bis hin zur Atemlähmung und extrem erhöhtem Blutdruck!

Da Palytoxin ein extrem potentes Gift ist, sollten alle Krustenanemonen mit Vorsicht behandelt werden, das Tragen von Handschuhen, beim Hantieren mit solchen Tieren, ist dringend zu empfehlen und bei Bearbeitung außerhalb des Becken, sollte zusätzlich für gute Durchlüftung gesorgt und Mund und Augenschutz getragen werden!

Bei sehr hohem Palytoxingehalt sind diese Maßnahmen evtl. nicht ausreichend!

Interessierte Leser sollten sich das Koralle-Heft Nummer 77 vom Oktober/November 2012, Seite 32 durchlesen.

Daniel Knop beschreibt dort, dass auch die beliebten Zoanthus-Krustenanemonen giftig sind. Uns sind allerdings keine Vergiftungserscheinungen durch Zoanthus bekannt.

Die Zuordnung von Krustenanemonen ist aber oft nicht einfach und von einigen Arten gibt es etliche Farbvarianten, diese meist ausgehend von den USA, mit Phantasie/Handelsnahmen versehen werden.

Im Handel wird man entsprechende Tiere meist nur unter diesen Bezeichnungen erhalten, weshalb wir uns entschieden haben, entsprechende Palythoa und Zoanthus mit Handelsname, oder Tiere die wir keiner genauen Art zuordnen können unter Palythoa-sp. bzw. Zoanthus-sp zusammenzufassen.

Ein Manko ist allerdings, dass die Gattungen in den USA meist nicht klar differenziert und großen Zoanthus als Palythoa gehandelt werden, wir möchten diese Tier aber nicht in einer falschen Gattung stehen lassen, so dass einige Zoanthus als Zoanthus-sp mit Handelsname “Palythoa …“ erfasst sind. Uns ist bewusst, dass dies nicht ideal ist, können es derzeit aber nicht anders lösen.

Es gibt folgende Arten:
Zoanthus, Palythoa, Isaurus, Acrozoanthus, Neozoanthus, Parazoanthus, Epizoanthus.

Alex Thomasser hat für Sie einige Charakteristiken zur Unterscheidung der Arten zusammengefasst. Sie sind ein guter Ansatzpunkt, wenn gleich es noch weitere Unterscheidungsmerkmale gibt:

Zoanthus: vergleichsweise kleine Polypen; Tentakel kurz, gleichmäßig dick und am Ende abgerundet; oft sehr farbenprächtig; Polypen an Stengeln, aber über Coenenchym verbunden.

Palythoa: größere Polypen; komplett eingebettet in das Coenenchym, oder Polypen an Stengeln, aber über Coenenchym verbunden, Tentakel spitz zulaufend; Polypen oft unregelmäßig oft mit radialem Streifenmuster auf der Mundscheibe.

Parazoanthus: oft gelb; sehr lange, spitze Tentakel; über Coenenchym verbunden. (Eventuell gehören die Arten, die wir im Lex haben zu Acrozoanthus, aber jeder sagt Parazoanthus, deshalb kann man das nicht leicht ändern)

Isaurus: lange, stark warzige Stengel.

Acrozoanthus: sehr lange, spitze Tentakel; meist über Coenenchym verbunden.

Neozoanthus: oft mit Sandkörnern am Basisgewebe, beringte Tentakel, sehr selten zu finden im Aquarium.

Epizoanthus: wachsen üblicherweise auf anderen Tieren (Schwämme, Korallen etc), normalerweise kleine Polypen,
lange, spitze Tentakel, nicht immer gut sichtbar über Coenenchym verbunden, aber meist schon.

Die Gattungen Thoracactis und Isozoanthus aus der Familie Parazoanthidae sind hingegen kaum bekannt, und wahrscheinlich kaum in einem Aquarium zu finden.


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